Naturfotografie auf der Insel Helgoland

Aktualisiert: vor 4 Tagen

4 Tage Fotoworkshop auf Deutschlands einziger Hochseeinsel


Bären in Deutschland? Auf Helgoland? – Ja, aber nur der Berliner Bär als Statue am Treppenaufstieg zum Oberland. Aber natürlich musste auch der Bär für ein paar Fotos herhalten.


Der Bronzenachguss von Hildebert Kliem ist 85 cm hoch und 33 kg schwer und steht mit Sicht auf die 456 km entfernte deutsche Hauptstadt an einem wunderbaren Aussichtspunkt. Er wurde von der Bildgießerei Kraas hergestellt. Das Original steht übrigens in der isländischen Hauptstadt Reykjavik.


Aber ansonsten standen die „richtigen“ Tiere ganz im Fokus dieses 4-tägigen Workshops. Darunter das größte Raubtier Deutschlands, die Kegelrobbe. Diese liegt oft faul am Strand der Nachbarinsel Düne und kann aus sicherer Entfernung fotografiert werden. Leider waren es dieses Mal nur ein paar Dutzend, in den Vorjahren waren es eher Hunderte.

Das sicher faszinierendste Schauspiel aber sind die brütenden Seevögel, und da ganz besonders der Basstölpel. War 1991 nur ein einziges Brutpaar auf der Insel, sind es inzwischen Hunderte. Und nirgendwo sonst kommt man diesen schönen Tieren so nah, bis auf Armlänge. Das Brutgeschehen erstreckt sich Ende Juni von Basstölpeln die noch auf dem Ei sitzen bis zu Küken, die schon 2 oder 3 Wochen alt sind. Aber auch den Schlupf von Küken aus dem Ei und die unmittelbar danach einsetzende Pflege und Fütterung der Eltern durften wir beobachten. Das alles bei sonnigem und trockenem Wetter und besten Lichtbedingungen in den frühen Morgenstunden bzw. in den Abendstunden.


Neben den Basstölpeln und Kegelrobben wurden aber auch Möwen, Lummen, Austernfischer, Schafe und Kühe auf den Sensor gebannt.

Für mein Lieblingsgenre, die moderne Architektur, ist Helgoland nicht gerade berühmt, aber mit den bunten Hummerbuden und ungewöhnlichen Sitzbänken im neuen Fährterminal standen auch Linien und Flächen mit auf dem Programm.


Es zogen sogar ein paar Wolken auf, so dass eine kleine Session in Langzeitbelichtung am Nordstrand der Insel Sinn gemacht hat. Mit den entsprechenden ND-Filtern wurden nach einer kurzen theoretischen Unterweisung Aufnahmen mit Belichtungszeiten zwischen 2 und 6 Minuten gefertigt.


Die Tage waren richtig lang, man möchte ja das angenehm weiche Licht rund um den Sonnenauf- und -untergang nutzen. Kurz nach der Sommersonnenwende heißt das spätestens 4:30 Uhr an der Location sein und die letzten Fotos werden meist erst kurz vor 23 Uhr geschossen.


Bei so viel Fotografie und bestem Wetter kam die Bildbesprechung vielleicht etwas zu kurz. Aber neben der Bildbesprechung gab es einen regen Austausch und Tipps zu bekannten Produkten der Bildbearbeitungssoftware.


Warum auch im Seminarraum sitzen, wenn draußen so viel los ist. Auch dafür wurde eine Lösung gefunden und wir treffen uns alle noch einmal zu einer virtuellen Videokonferenz um weitere Fotos gemeinsam zu besprechen. Apropos Fotos. Damit bei den vielen Eindrücken das Auge und der Fokus etwas geschärft bleibt, gibt es kleine „fotografische Aufgaben“ zu lösen und die haben nicht immer und zwangsläufig mit Tieren zu tun.


Klar, nach 4 Tagen mit wenig Schlaf waren die Teilnehmer müde und kaputt, aber ich denke auch glücklich. 4 schöne Tage in der sehr harmonischen Gruppe fotografiert, hoffentlich etwas gelernt, gut und lecker gegessen, viel fachgesimpelt, tolles Sommerwetter genossen und einfach viel Spaß gehabt. Am Ende bleiben Erinnerungen in Form von Fotos und Emotionen, von denen man noch hoffentlich lange zehren kann.

Ich sage Danke an dieser Stelle für die Teilnahme am Workshop, Ihr wart eine tolle Truppe und es war auch für mich ein sehr anregender Fotoworkshop.


Auch 2021 wird es wieder einen Workshop auf Helgoland geben, genügend Teilnehmer natürlich vorausgesetzt. Das wird auch wieder Ende Juni sein, und wer sich schon einen Platz sichern möchte, eine kurze Mail genügt.


Ein Wort zur Fotogalerie: Hier gibt es nicht, wie sonst üblich, die Ergebnisse zu sehen, sondern das „making of“. Ich denke, so kommt am Besten rüber, was einen Fotoworkshop ausmacht. Es sind fast alles Handyfotos, die von den Teilnehmern zur Verfügung gestellt wurden. Danke dafür.



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