• Werner Schwehm

Architektonischer Jahreswechsel


Mailand: CityLife (Zaha Hadid)


Das ganze Jahr 2018 haben mich Bauwerke von hervorragenden Architekten sozusagen fotografisch begleitet. Was liegt da näher als das Jahr auch so zu beenden und das neue Jahr gleich mit Highlights zu beginnen.


Es ging nach Mailand. Klar, da denken viele zunächst an den herrlichen Dom, die Galleria Vittorio Emanuele II und die vielen Modeboutiquen, wo gefühlt ein T-Shirt mehr kostet als eine Vollformat-Digitalkamera. Aber in den letzten Jahren hat sich hinsichtlich moderner Architektur einiges dort getan. Nicht zuletzt auch im Vorfeld bzw. nach der Expo im Jahr 2015.


So entstand und entsteht auch immer noch auf dem Areal der alten Messe das Projekt CityLife mit den Tre Torri (3 Türme). Drei Bürohochhäuser in unmittelbarer Nachbarschaft inmitten einer autofreien Park- und Wohnlandschaft. Die Architektur könnte unterschiedlicher nicht sein, so z.B. der Allianz Tower von Arato Isozaki in seiner etwas schlichteren Eleganz und der gewundene Generali Tower, mit Rundungen und ganz in weiß von Zaha Hadid. Der letzte Turm, der Torre Libeskind, ist im Rohbau und soll im Laufe des Jahres bezugsfertig werden.


Ebenfalls und unverkennbar von Zaha Hadid ist das Shopping Center, welches direkt an den Tower angegliedert ist. Es besticht auch durch die elegante Innenarchitektur mit viel Holz. Und 2 Wohnsiedlungen auf der Südseite sind ebenfalls schon von den Menschen in Besitz genommen worden. Zum einen die Häuser von Daniel Libeskind, die viele Kanten und Ecken haben und dann im Gegensatz dazu und in Sichtweite die Häuser von Zaha Hadid, viele Rundungen, weiße Fassadenverkleidungen und viel Holz.


Daneben das ein oder andere Kunstwerk. Auffallend, weil extrem bunt, die Installation „Coloris“ des Künstlers Pascale Marthine Tayou.


Das Stadtviertel Porta Nuova zwischen den Bahnhöfen Porta Garibaldi und Centrale wird seit rund 10 Jahren neu entwickelt. Zentraler Anziehungspunkt ist der Torre Unicredit, der mit seinen beiden Nachbargebäuden einen großen runden Platz bildet. Als Architekt verantwortlich war Cesar Pelli. Mit 231 Metern ist der Torre Unicredit auch gleichzeitig das höchste Gebäude Italiens.


Auch dieses Areal ist nahezu autofrei konzipiert, was das herumschlendern und fotografieren sehr angenehm macht.


Ökologisches Neuland im Wohnungsbau sind sicher auch die Wohnhäuser „Bosco Verticale“, 80 bzw 112 Meter hoch, geplant von Stefano Boeri. Zu deutsch „Senkrechter Wald“, sind dort 900 Bäume sowie weitere 2000 Pflanzen auf Balkonen und Terassen gepflanzt. 2014 zu Recht mit dem 1. Platz des Internationalen Hochhauspreises ausgezeichnet.


Spaziert man vom Piazza Gae Aulenti nach Osten gelangt man nach einer Fußgängerbrücke zum Piazza Alvar Aalto, benannt nach dem berühmten finnischen Architekten und Möbel-Designer. Dort gruppieren sich interessante Wohngebäude um den Platz, der höchste Torre Solaria genannt. Daneben stehen noch 2 kleinere Türme, der Torre Aria und der Torre Solea. Alle geplant vom Architekten Bernardo Fort-Brescia.


Noch weiter nach Osten gelangt man zu dem Riesendiamanten (Torre Diamante), ein Bürohochhaus, welches in seiner Form an einen geschliffenen Edelstein erinnert. Architekten waren hier Kohn Pedersen Fox (KPF).


Man kann also durchaus 2 volle Tage dort mit Fotografieren verbringen und wie schon oben erwähnt sind die Areale sehr angenehm zu erkunden, weil autofrei.


Nachfolgend aus der Fülle der entstandenen Fotos eine kleine Auswahl.



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